Miteinander in die Zukunft

Bürgerrat - Moderation

Bürgerrat 

Mehr denn je wollen sich Bürger*innen heute engagieren, wenn es um die Gestaltung ihres unmittelbaren Sozial- und Lebensraumes geht.

Ein Bürgerrat oder Konvent bietet solch einen Gestaltungsraum und ermöglicht die Integration der Bürger*innenmeinung auf konsultative Art und Weise. Durch sein spezielles Format, das auf der Idee des Wisdom Council von Jim Rough basiert, werden neue, wechselseitige Kommunikationskanäle etabliert, die der Entfremdung von Politik und Bürger*innen entgegenwirken und mehr bürgerschaftliches Engagement in der Gesellschaft anregen.

Der Bürgerrat oder Konvent ist ein einfaches, kostengünstiges und schnelles Beteiligungsinstrument. Er wird per Zufallsauswahl aus der Bürgerschaft rekrutiert und umfasst i.d.R. eine kleine, heterogene Gruppe von 12 bis 25 Personen. Der Bürgerrat soll somit einen gesellschaftlichen Querschnitt abbilden. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung und ist freiwillig.

Arbeit an wichtigen Fragestellungen

Die Aufgabe der teilnehmenden Bürger*innen aus dem relevanten Gebiet (Kommune, Region oder Land) ist es, während einer ein- bis zweitägigen Klausur miteinander Lösungs- und Verbesserungsvorschläge zu allgemeinen oder konkreten Themen zu erarbeiten. Die Themen werden entweder von der Gruppe selbst gewählt oder von Seiten der Politik angeregt.

Ein Bürgerrat  oder Konvent wird im Format einer Dynamic Facilitation moderiert. Die Teilnehmer*innen bringen während des Prozesses ausschließlich ihre persönlichen Meinungen zum Ausdruck und erfüllen keine Vertreter- oder Repräsentantenfunktion.

Der Weg zur Miteinanderkultur

Zusammen mit weiteren Elementen des gesamten Bürgerrats- oder Konventsprozesses regen Bürgerräte einen ergebnisoffenen Dialog zwischen Bürgerschaft und politisch-administrativem Apparat an. Gegenstand dieses Dialogs sind “das Gemeinwohl betreffende” Fragestellungen, welche sich aktiv mit der zukünftigen Entwicklung einer Gemeinde bzw. Stadt oder Region befassen.

In diesem Raum können sich Miteinanderkultur und Gemeinwohlorientierung entwickeln und vorhandene Potenziale entfalten.

Pinnwände mit Ergebnissen der Dynamic Facilitation
Materialien zur Gestaltung der Ergebnisse
Bürgerräte erarbeiten Ergebnisse
Gruppenfoto mit Bürgerräten
Bürgerrat diskutiert Ergebnisse mit Gemeinderat
Bürgerrat präsentiert Ergebnisse im Plenum

Das sagen Verantwortliche & Teilnehmer*innen

Der Bürger*innenrat ist eine besondere Methode, die es in unserer Region so noch nicht gibt. Er ist relativ neu, daher war es auch für uns eine ganz spannende Geschichte, ob er hier bei uns überhaupt funktioniert. Es sind sehr konkrete Empfehlungen zur Verbesserung von Verkehr und Infrastruktur sowie zur Gestaltung der Betreuungszeiten entstanden. Darüber hinaus wurden Ideen für zukünftige, pädagogische Konzepte und vor allem die Vision eines „Campus für Kinder“ mitten in unserem Dorf entwickelt. Ich halte viele Inhalte für umsetzbar und freue mich schon sehr auf die Umsetzung!

Hans-Jörg Birner

Erster Bürgermeister Kirchanschöring

Durch die Methode war es ein respektvoller Umgang unter uns allen. Man hat sich immer wohlgefühlt und so gemerkt, dass die eigene Meinung trägt. Das hat den ganzen Denkprozess vereinfacht, weil man nicht die Blockade gehabt hat, wenn ich jetzt was sage, dann denken alle, das passt nicht, also sage ich es lieber nicht. Doch jeder hat immer gesagt, was er denkt, was er fühlt und alle anderen haben es akzeptiert und zugehört. Und das hat diese extrem positive Dynamik entwickelt.

Christina Schuhbäck

Teilnehmerin Bürger*innenrat

Man geht mit einer fertigen Meinung in den Bürger*innenrat und denkt, genau das will ich sagen. Dann sagt ein anderer was. Dabei vergisst man die eigenen Gedanken wieder und denkt auf einmal etwas ganz Neues. Dann kommen weitere Ideen und Impulse, das ist Teil der Methode. Und so habe ich ein paar Mal meine Sicht komplett geändert.

 

 

Helmut Schmid

Teilnehmer Bürger*innenrat

Was ich noch ganz wichtig an der Methode finde, ist, dass die Leute haben ausreden können. Das war am Anfang sehr schwer. Man brennt ja, man möchte was sagen. Wenn andere viele Ideen haben, muss man so lang warten. (lacht) Das war am zweiten Tag schon einfacher, das war ein Lernprozess. Und es ist ja auch wichtig, dass jeder etwas sagen darf. Auch wenn einer eine andere Meinung hat, dann darf der das sagen. Das
war ganz wichtig!

Sylvia Köberle

Teilnehmerin Bürger*innenrat

Ablauf des Bürger*innenrats-Prozesses

Ablauf des Bürger*innenrats-Prozesses

Inhalt

 

  • Kompletter Bürgerrats- oder Konventsprozess
  • Bürger*innenrat
  • Dauer: 1 bis 2 Tage
  • Auswahl per Zufallsprinzip
  • 12 bis 15 Personen
  • Bürger*innen-Versammlung (nach 1 bis 2 Wochen)
  • Dauer: 1 Tag
  • Die gesamte Bürgerschaft
  • Reflexion der Ergebnisse in Kleingruppen
  • Resonanzgruppe mit politischen Vertreter*innen
  • Rückfluss aller Ergebnisse und Empfehlungen an politische Gremien (je nach Ebene Gemeinde- bzw. Stadtrat, Land- oder Bundestag)

Unsere Leistungen

 

  • Prozessdesign und Abstimmung aller Bürger*innenrats-Elemente
  • Konzept für repräsentative Auswahl inkl. Einladungs- & Bestätigungsverfahren
  • Beratung und Begleitung des Beteiligungsprozesses bis zur Implementierung mit Verantwortlichen und Verwaltung
  • Auf Wunsch Supervision der Verantwortlichen
  • Moderation der Veranstaltungen mit Dynamic Facilitation und Art of Hosting-Methoden
  • Community-Building mit den Bürger*innenräten während des Prozesses
  • Coaching der Bürger*innenräte zur Präsentation der Ergebnisse
  • Dokumentation aller Ergebnisse
  • Sicherung des Ergebnistransfers zwischen Politik und Bürger*innen
  • Fachliche Unterstützung auf dem Weg zur Miteinanderkultur
  • Auf Wunsch Unterstützung bei der Pressearbeit sowie dem Teilnehmendenmanagement

     

Ihr Nutzen

 

  • Neue Kommunikationswege zwischen Politik und Bürger*innen werden geöffnet
  • Der Entfremdung von Politik und Gesellschaft wird entgegengewirkt
  • Etablierte, demokratische Verfahren werden ergänzt und gestärkt
  • Die Bürger*innenmeinung wird auf konsultative Art integriert
  • Mehr bürgerschaftliches Engagement wird angeregt
  • Die Bürger*innen übernehmen Mitverantwortung für die Gestaltung ihrer Zukunft
  • Eigenverantwortung und Selbstorganisationsvermögen werden gefördert
  • Planungs- und/oder Entscheidungsprozesse werden aktiv mitgestaltet
  • Die Kommunikation innerhalb des sozialen Systems wird verbessert
  • Probleme werden angesprochen und in kreative Lösungen transformiert
  • Ein wertschätzender Dialog entsteht
  • Wichtige Themen werden aus dem Bürger*innenrat in die Gesellschaft transferiert